360° in der Schule – Erster Praxistest mit Holobuilder

Auf Twitter schrieb letztens jemand etwas über Holobuilder und 360°-Kameras, daraufhin hab ich mir die Seite www.holobuilder.com angesehen und war schwer angetan!

Man kann sich dort einen test-Account für einen Monat anlegen, auf meine Support-Anfrage hin, dass der Testzeitraum für ein Projekt mit einer Schüler-AG nicht ausreichend ist, wurde mir unkompliziert eine Jahreslizenz zur Verfügung gestellt. Vor den Sommerferien habe ich dann mit meinen Tablet-Scouts ein wenig in der Mediathek unserer Schule herumprobiert …

Alle waren positiv beeindruckt von dieser Anwendung! Extrem einfache Einbindung der 360°-Aufnahmen und Verknüpfung zu einem virtuellen Rundgang, Einbettung von 3D-Objekten mit Infos oder auch „schwebenden“ Bildern oder pdf-Dokumenten, unkomplizierte Kollaboration … welche vielfältigen Möglichkeiten bieten sich da für den Schulbereich?!?

Die Schüler hatten, nachdem das Grundprinzip verstanden war, keinerlei Probleme mit der Anwendung. Man nimmt ein 2D-Bild als „Lageplan“, die 360°-Bilder werden hochgeladen und immer per „Drag & Drop“ sowohl auf dem Lageplan, als auch innerhalb der übrigen 360°-Bilder verortet bzw. verknüpft, super easy!

Die Herkunft von Holobuilder, deren eigentliche Zielsetzung in der Dokumentation von Baustellen und deren Fortschritten liegt, spiegelt sich in der Art und Weise, wie Projekte angelegt werden natürlich wieder – Stichwort: Lageplan – das Ganze ist aber im Wesentlichen recht intuitiv bedienbar!

Wir haben für unseren ersten Gehversuche eine Insta360 One verwendet, deren Bilder erst noch am PC ins jpeg-Format konvertiert werden müssen, dieser Schritt fällt bei einigen anderen 360°-Kameras weg, bei denen dann die Bilder direkt per App „Jobwalk“ (für iOS und Android) ins Projekt eingebunden werden können. Die Einbindung von 3D-Objekten und 2D-Fotos, pdf’s etc. per „Drag & Drop“ ist ebenfalls ein Kinderspiel, wenngleich die Formatierungsoptionen für Info-Texte noch etwas rudimentär erscheinen, aber das ist nachrangig.

Die Arbeit mit Schülern, auch in Gruppen und an einzelnen Projekten, lässt sich spielend einfach umsetzen, indem sie eigene Zugänge als „Mitarbeiter“ erhalten, die dann an definierten Projekten selbstständig arbeiten dürfen. Voraussetzung ist eine eigene E-Mail-Adresse der SuS, hier wäre natürlich ggfs. für Schulen eine Lösung per anonymem Zugang per Code o.ä. datenschutztechnisch wünschenswert. Womit wir bei der eigentlichen Frage angekommen sind – Holobuilder ist als Anwendung für die Baubranche konzipiert, bietet aber für den schulischen Sektor ein enormes Potential, weshalb eine Edu-Version absolut wünschenswert wäre (sicher auch preislich, die Preise für die kommerzielle Nutzung wird keine Schule tragen können) !

Denkbare Einsatzszenarien für die Schule sind sehr vielfältig, neben dem virtuellen Schulrundgang für die Homepage könnte in jede 360°-Aufnahme mehrsprachig in Info-Bausteinen bspw. die Benennung von Gegenständen etc. in der jeweiligen Fremdsprache durch die Schüler eingefügt werden, in den Naturwissenschaften liessen sich ganz neue Dimensionen in der Darstellung von Versuchsaufbauten erreichen, insbesondere aber in Geographie/ Erdkunde und Bio eröffnen sich mit der Erstellung virtueller Exkursionen ungeahnte Möglichkeiten, wenn beispielsweise die SuS eine entsprechende Dokumentation ihrer Innenstadt oder auch der Ziele des letzten Schulausfluges erstellen. Abgelegenere Ort können unkompliziert in den Klassenraum geholt werden, der eigene Nahraum kann virtuell dokumentiert werden. Wie traumhaft wäre es, wenn beispielsweise statt der Abbildungen des Rheins im Schulbuch als Beispiele zum Flussmäander der Fluss vor Ort in 360°-Aufnahmen direkt in den Klassenraum geholt werden kann, ohne eine reale Exkursion organisieren zu müssen (und bitte jetzt kein Plädoyer für die reale Begegnung erwidern, die stellt den Idealfall dar, ist aber immer so eine Zeitsache … da stellen 360°-Aufnahmen eine sehr geniale Alternative dar)! Ob Kreativität und Kollaboration, Kommunikation als auch kritisches Denken, alle 4 K’s können in Projekten und Unterrichtsszenarien gefordert und gefördert werden.

Fazit: Holobuilder bietet für die Schule enormes Potential, wenngleich aber die Schule nicht im Fokus der Entwickler steht. Mit einer Jahres-Testlizenz kann man spannende Projekte in Angriff nehmen, nachhaltig ist das nicht, wenn möglicherweise nach einem Jahr keine Weiternutzung mehr möglich sein wird – bleibt also zu hoffen, dass das Team von Holobuilder, das seine Ursprünge übrigens an der RWTH Aachen hat, sich eine Ausweitung auf den Edu-Bereich vorstellen kann.

How ever, ein Blick auf die Anwendung lohnt allemal!

Fortbildungen im 2. Halbjahr 18/19

Einige Fortbildungen werfen zum Beginn des neuen Jahres ihre Schatten voraus, Zeit für einen Überblick!

  • Schnelle Reaktion erfordert die Tagung mobile.schule #molol19 in Oldenburg am 11. und 12. März. Die Workshops wurden bereits veröffentlicht, Anfang Januar beginnt die Anmeldung, erfahrungsgemäß dauert es nur wenige Tage bis die Tagung ausgebucht ist – wer Interesse hat muss schnell sein!
  • Los geht es bei uns am Marianum schon am 10. Januar 2019 um 14:00 im Konferenzraum mit einer Fortbildung zur Schul-Cloud, in Absprache mit unserer Referentin Frau Bock vom Georg-Eckert-Institut, mit folgender Agenda:

Begrüßung
Einstiegsreferat von Frau Dr. Annekatrin Bock zur Schul-Cloud
Best-Practice Beispiele
Hands-on – konkrete Arbeit mit der Schul-Cloud
Abschlussdiskussion

Wir organisieren diese Fortbildung gemeinsam mit dem Franziskusgymnasium in Lingen, dem Windthorst-Gymnasium in Meppen und der Ursulaschule in Osnabrück, die inzwischen alle als Pilotschulen bei der Schul-Cloud mitwirken.

  • Für die umfangreiche Fortbildungsreihe zum Unterrichten und Arbeiten mit digitalen Medien, die von der Uni Berlin in Zusammenarbeit mit MINT-EC und Schul-Cloud angeboten und durchgeführt wird, haben wir uns ebenfalls im Verbund mit den anderen Schulen beworben, sie wird voraussichtlich um 2. Halbjahr 18/19 oder im 1. Hj. 19/20 mit 4 ganztägigen Terminen durchgeführt werden. Von unserer Schule haben sich genügend InteressentInnen gemeldet, weitere nehmen wir gerne noch auf einer Nachrückerliste auf!

Das Digitale Versuchsprotokoll

Auf  den digitalen Lernbegleitern unserer Schülerinnen und Schüler ist die App „Explain Everything“, kurz EE installiert. Mit dieser lässt sich das klassische Versuchsprotokoll in eine digitale Version überführen.

Entscheidende Vorteile gegenüber dem klassischen Versuchsprotokoll sind dabei die Kollaboration innerhalb der Schülergruppe und die Einbindung von Fotos sowie einem Video der Versuchsdurchführung.

Ich beschreibe das Verfahren im Folgenden anhand eines Versuchsprotokolls aus dem Chemieunterricht, das sich aber problemlos an alle anderen zu protokollierenden Situationen anpassen lässt.

Die Schüler erhalten zunächst eine Einführung zu Sinn und Zweck der Protokollierung von Versuchen sowie deren Aufbau nebst einer Vorlage, wie das digitale Protokoll aussehen soll, die ich über die Schul-Cloud zur Verfügung gestellt habe. Mit folgendem Code könnt ihr das Thema in der Schul-Cloud gerne übernehmen: Hk1jFtmXX (Code kopieren und in der Schul-Cloud unter dem gewünschten Kurs als Thema importieren)!

Das digitale Versuchsprotokoll – Vorlage

„Das Digitale Versuchsprotokoll“ weiterlesen

Kleine Influencer am Marianum

Von C. Maucher, 18.06.2018

Tutorials sind der Renner auf YouTube. Kinder, Jugendliche und Erwachsene können sich dort kurz, knackig und vor allem anschaulich erklären lassen, was man alles selber machen kann: Einladungskarten, Schmuck, Make-Up oder Frisuren – hier findet sich für jeden etwas … weiterlesen!

Filme produzieren im Deutschunterricht

Mit Schülern lassen sich im Rahmen des Deutschunterrichts super Filme produzieren. Es lohnt sich, sich die Zeit dafür zu nehmen: Zum einen wird dies nicht nur vom KC vorgeschlagen, sondern es ist auch didaktisch sinnvoll (in meinem Beispiel haben die Schüler eine zuvor analysierte Kalendergeschichte filmisch umgesetzt – dabei erfolgt u. a. eine Übertragung der im Text entdeckten sprachlichen Auffälligkeiten insbesondere an Schlüsselstellen in die „Filmsprache“ und damit ein vertieftes Verständnis). Zum anderen habe ich zuvor noch nie eine hundertprozentige Schüleraktivierung über mehrere Stunden erlebt – die Schüler finden es toll, Filme zu machen, und setzen sich für dieses Projekt freiwillig auch in der Freizeit ein.

Vorgegangen bin ich dabei folgendermaßen:

Die Filme haben die Schüler in meinem Beispiel im Anschluss an eine Einheit zu Anekdoten und Kalendergeschichten in der Klasse 7 produziert. Dafür war es zunächst notwendig, dass die Schüler Grundlagen der Filmsprache (Einstellungsgrößen, Perspektiven etc.) kennenlernen. Hier finde ich das Material auf „Planet Schule“ tauglich (Film-Ausschnitte als Einstieg: https://www.planet-schule.de/wissenspool/filmbildung-in-der-grundschule/inhalt/sendung.html; Arbeitsblätter: https://www.planet-schule.de/wissenspool/filmbildung-in-der-grundschule/inhalt/unterricht/einstellungsgroessen.html). Allerdings ist zu beachten, dass es sich hier um Material handelt, das für die Grundschule konzipiert wurde – für die Unter- und Mittelstufe, finde ich, ist das Material aber für ein erstes Kennenlernen ebenso geeignet und sinnvoll. Mir hat es damals gereicht, die Einstellungsgrößen intensiver zu behandeln, für die Kameraperspektive haben aus meiner Sicht der Filmbeitrag und ein kurzes Nachgespräch gereicht. Zeitlich sollte hier eine Einzelstunde reichen.

Im Anschluss sollten die Schüler die Möglichkeiten der filmischen Arbeit am iPad kennenlernen. Hierfür habe ich die App „iMovie“ genutzt. Der große Vorteil ist hier, dass die Schüler mit der Erstellung von stark vorstrukturierten „Trailern“ beginnen können. Bei diesen Trailern ist das „Drehbuch“ (Storyboard) quasi vorgegeben, die Schüler müssen nur geforderte Filmausschnitte in der geforderten Einstellungsgröße und Perspektive erstellen. Dabei lernen sie die Umsetzung und Wirkung der Filmsprache sowie die App praktisch kennen. Außerdem sind die Ergebnisse häufig sehr unterhaltsam und sollten, wenn die Schüler einverstanden sind, über den Beamer präsentiert werden.

Sinnvoll ist es hier, das Vorgehen für das Erstellen eines Trailers in iMovie kurz über den Beamer zu erklären. Keine Angst, die App ist insbesondere bei den Trailern weitgehend selbsterklärend.

Für die Erstellung (und evtl. Präsentation) der Trailer sollte eine Doppelstunde eingeplant werden.

Nun geht es an die Produktion der Filmclips. In meiner Einheit sollten die Schüler innerhalb von einer Einzelstunde in Kleingruppen zunächst ein Drehbuch auf Basis der Textgrundlage verfassen (ein Beispiel dafür ist unter den Arbeitsblättern auf „Planet Schule“ zu finden). Im Anschluss daran wird der Film produziert. Die Schüler brauchen die App „iMovie“ dafür zunächst nicht (die eignet sich hier vor allem zum Schneiden des Films), es reicht vollkommen die Videokamera der iPads (oder anderer Geräte), mit der sie ihre Filmsequenzen gemäß Drehbuch produzieren.

Sind alle Filmsequenzen abgedreht, kommt iMovie wieder zum Einsatz. Hier können die Sequenzen ausgewählt und daraus ein Film produziert werden, indem die Sequenzen z. B. gekürzt, arrangiert oder sogar durch Texte, Musik oder andere Audioaufnahmen (auch Nachsynchronisationen sind möglich, s. App „Garageband“!) ergänzt werden.

Theoretisch können die Schüler auch in ihrer Freizeit drehen. Wesentlich ist aber, dass sie die entstandenen Sequenzen in eine Cloud hochladen, um diese im Unterricht zu einem Film zusammenfügen zu können. Alternativ können die Schüler aber natürlich auch ein eigenes Schnittprogramm nutzen, in dem sie sich schon auskennen. Dieses sollte aber für die Arbeit in der Schule zur Verfügung stehen. Für das Filmen und Schneiden müssen die Schüler ausreichend Zeit zur Verfügung haben. In meiner Einheit zu den Kalendergeschichten habe ich dafür jeweils eine Doppelstunde eingeplant.

Die Präsentation und Nachbesprechung der fertigen Filme haben wir dann als „Kino-Stunde“ gestaltet, die bei allen Schülern als Abschluss der Einheit gut ankam.

Ein Hinweis noch am Schluss: Ein Problem bei der Arbeit mit den schuleigenen iPads ist das Speichern der Filmsequenzen und fertigen Filme. Diese können und sollten natürlich nicht auf den iPads verbleiben, da sie sonst für alle anderen Schüler verfügbar sind. Wichtig ist es also, die Schüler dafür zu sensibilisieren und dazu anzuhalten, die Sequenzen, Filme und Trailer gegen Stundenende von den iPads zu löschen. Die einfachste Speichermöglichkeit ist das iserv-Konto der Schüler.

Aber Achtung: Über den Browser lassen sich die Filme nicht erfolgreich hochladen! Die Schüler müssen sich dafür über die App „Documents“ bei iserv anmelden (wie das geht, wird zum Beispiel in der „Lehrer“-Gruppe auf iserv erklärt: Lehrer – Anleitungen iserv, Technik – Scannable und Documents oder auch hier als Video). Dann laden die Schüler die gewünschten Dateien in Documents in ihre eigenen iserv-Dateien hoch und können so jederzeit darauf zugreifen. Wichtig auch hier: Im Anschluss müssen sich die Schüler unbedingt wieder bei Documents abmelden – sonst haben andere Schüler auf das iserv-Konto eurer Schüler Zugriff! Es lohnt sich also, für das Speichern der Dateien mindestens 10 Minuten am Stundenende einzuplanen!

Christiane Maucher

Vergleich unterschiedlicher Positionen mittels Interviews

Unabhängig vom Thema der Sequenz lässt sich die im folgenden beschriebene Methode beliebig auf viele andere Zusammenhänge und Fächer übertragen!

Am konkreten Beispiel einer kurzen Sequenz (Umfang 3-4 Unterrichtsstunden) zur agrarindustriellen Fleischproduktion in Feedlots in den USA möchte ich vorstellen, wie sich die Schüler meines Leistungskurses Erdkunde am Ende einer Unterrichtsreihe mit unterschiedlichen Positionen
zum Thema auseinandersetzen, konkrete Positionen, die ggfs. nicht ihre eigenen sind übernehmen und diese am Ende vergleichend diskutieren.

Zunächst habe ich die Kursteilnehmer mittels Skatkarten zufällig in 4 Gruppen (Herz, Pik usw.) á 4 SuS eingeteilt. Jede Gruppe holt sich zwei Tablets aus dem Koffer, die Arbeitsaufträge rufen die Schüler dann mittels QR-Code auf den iPads auf, der Code führt dabei zum Kursordner auf IServ, in dem das Arbeitsblatt liegt.

 

QR-Codes lassen sich recht einfach und kostenlos erstellen auf der Web-Seite QR-Code-Generator <http://www.qrcode-generator.de>, um einen QR-Code zu erstellen, der auf eine Datei auf IServ lenkt, ruft einfach die Datei auf IServ über den Webbrowser (Internet Explorer, Safari, Firefox…) auf und kopiert die Adresse oben. Diese gebt in die Eingabezeile des QR-Code-Generators ein und es wird der entsprechende Code angezeigt, der sich per Rechtsklick markieren und kopieren lässt. Den Code blende ich dann im Unterricht per Beamer ein, die SuS scannen ihn per QR-Code-Scanner, z.B. mit der App „Neoreader“ und bekommen direkt das AB angezeigt. Ausführlichere Infos zu QR-Codes.

Zur Erstellung der Interviews benötigen die Gruppen ruhige Plätze, daher ziehen sich einige Gruppen in alternative Räume zurück (Mensa, Aulafoyer, Mediathek, leere Kursräume etc.), per Whatsapp bekomme ich den jeweiligen Standort gemeldet, damit ich alle Gruppen reihum besuchen und mit ihnen ihr jeweiliges Projekt besprechen kann.

An dieser Stelle wird deutlich, das solche alternativen Unterrichtsformen durchaus raumgreifend sind und bei der künftigen Innenraumkonzeption noch stärker zu bedenken sind.

Als Zeitraum gebe ich vor, dass die Videos zu Beginn der folgenden Doppelstunde fertig sein müssen, so hat jede Gruppe die Möglichkeit je nach Idee die Umsetzung daheim weiter zu verfolgen, was von den Gruppen natürlich in sehr unterschiedlichem Umfang, teilweise aber überraschend intensiv genutzt wird. Oft benötigen Sie dann zu Beginn der folgenden Stunde noch ein paar Minuten Zeit sich abzugleichen, bevor wir uns alle Interviews ansehen, die Standpunkte reflektieren und abschließend diskutieren.

 

StopMotion-Filme im Unterricht erstellen lassen …

Jeder Film – wissen wir ja, …- besteht aus einer schnellen Abfolge einzelner Bilder, gängige Kinofilme zeigen meist 24 Bilder pro Sekunde, die unser Hirn dann in einen flüssigen Film übersetzt, bei weniger Bildern erkennen wir ein Ruckeln. Bei „Zeichentrick“ werden einzelne Standbilder zu bewegten Sequenzen zusammengelegt.

Ganz einfach lässt sich das mit Apps wie StopMotion (auch für Windows, Android etc.!) bewerkstelligen, mit denen man Bild für Bild aufnehmen kann und die diese automatisch in die richtige Reihenfolge bringt. Mit der Abspielgeschwindigkeit lässt sich herumexperimentieren, eine Musik in den Hintergrund legen, … die App ist im Wesentlichen selbsterklärend, die Schüler haben es fix heraus und beginnen ganz schnell mit kreativen Malereien in ihrem College-Block, die dann Bild für Bild erweitert und umgestellt werden.

Der StopMotion-Film stellt somit zunächst eine weitere Methode dar, deren didaktisch sinnvoller Einsatz sicherlich in allen Fächern an vielen Stellen denkbar ist.

Beispiele: In Chemie in der 9 haben meine Schüler am Ende der Reihe zu den Bindungstypen (Atom- und Ionenbindung) den Auftrag erhalten gruppenweise einen der beiden Bindungstypen in einem StopMotion-Film darzustellen. Hierzu hatten sie gute 60min Zeit, es war eine der seltenen Stunden, in denen sie vor lauter Motivation keine Zeit hatten für die 5-Minuten-Pause 🙂

In der darauffolgenden Stunde haben wir uns die Filme angesehen, jede Gruppe hatte den Auftrag die Filme der anderen Gruppen auf fachliche Richtigkeit hin zu bewerten, woraus wir eine Challenge gemacht haben … „Ich habe heute leider kein Atom für Euch!“.

Hier gibts ein paar sehenswerte Beispielfilme von Schülern der 9a/b:

In Erdkunde in der 7 waren Erkenntnisse über die Konvektionsströme im Erdinneren mit dem “Seafloorspreading“ und der Gebirgsfaltung in Einklang bringend darzustellen …

In den Fremdsprachen lassen sich kurze Comics oder auch Fotostorys erstellen, zu deren Einzelbilder die Geschichte gesprochen wird, Kurzgeschichten können animiert oder weitererzählt werden … 

Ist der Film fertig kann er einfach über die Funktion „Teilen“ an Documents übergeben und dann auf IServ abgelegt werden.

Interaktives Material im Unterricht entwickeln

Spurensuche in Meppen:

Ziel dieser Einheit in Erdkunde in Jg. 8 ist es, eine interaktive Karte Meppens zu erstellen, die Auskünfte gibt über die Spuren früherer stadtgeschichtlicher Epochen.

Unterschiedliche Keimzellen und typische Entwicklungsphasen mitteleuropäischer Städte unter besonderer Berücksichtigung der mittelalterlichen Stadt werden zunächst im Unterricht erarbeitet. Alsdann suchen sich die SuS in frei gewählten Gruppen á 2-4 ein Thema wie den Stadtwall, die Rentei, Zeughaus, Rathaus, Probsteikirche, Gymnasialkirche, mittelalterliche Brücken, Ackerbürgertum (Im Sack, Kuhstraße) …, zu dem sie vorab recherchieren und sich Gedanken zur Präsentationsform machen, z.B.  Video (Doku, Interview, szenisches Spiel), Ton- oder Textdokument, Fotos….

Dann unternehmen wir in einer Doppelstunde eine Exkursion in die Innenstadt in der entsprechend vor Ort dokumentiert und recherchiert wird. Viele Gruppen ergänzen hier durch eigenständige Besuche in der Stadt oder außerunterrichtliche Treffen um Dokumentationen zu erstellen, Videos zu schneiden, Berichte zu verfassen etc..

Wichtig ist in diesem Fall, vor allem wenn die Kinder sich selbst in Szenesetzen, vorab das elterliche Einverständnis einzuholen für Nennung und Darstellung der Kinder im Internet im Rahmen des Unterrichtsvorhabens. Gleiches gilt für weitere mögliche Protagonisten wie interviewte Geschichtslehrer (Danke Henning!) oder Führer im Stadtmuseum.

Plattform für dieses Projekt ist Thinglink, das über eine iOS-App sowie online genutzt werden kann, das Ergebnis lässt sich dann jederzeit über den entsprechenden Link, z.B. zur „Spurensuche in Meppen“ aufrufen, in den alle Schülerprodukte eingebunden werden.

Bei Thinglink wird ein Bild als Grundlage genommen, in unserem Fall ein Screenshot der Satellitenaufnahme Meppens von Google Earth, natürlich ist hier in anderen Zusammenhängen jedes Bild möglich, sei es ein Versuchsaufbau, das Klassenfoto, ein Strukturdiagramm, historisches Foto, wasauchimmer. Über das Bild werden dann interaktive Buttons an die entsprechenden Stellen gelegt, die dann mit dem gewünschten Medium verlinkt werden, so dass sie darüber aufgerufen werden können. 

Kleinere Dateien wie Fotos können direkt zu Thinglink hochgeladen werden, größere Dateien lege ich an anderen Orten ab (Dropbox, eigene Webseite, Videos auf Youtube…) und verlinke Sie entsprechend.

Weitere ausführlichere Infos zu Thinglink

Thinglink ist dementsprechend überall einsetzbar, wo Bilder interaktiv werden sollen, z.B. zur Bildbeschreibung in den Fremdsprachen, zur Erklärung von Prozessen in den Naturwissenschaften, zur Darstellung historischer Situation in den Gesellschaftswissenschaften, als Interpretationsmöglichkeit in der Kunst …

Interaktiver Stadtplan Meppens als Ergebnis einer Suche nach “Spuren der Stadtentwicklung”

Das iPad im Erdkundeunterricht

Ideen zur Nutzung des iPads im Erdkundeunterricht

1. Arbeit mit dem digitalen Atlas – Dierke bietet seinen digitalen Weltatlas als App an, der den bisherigen Atlas ersetzen kann. Neben Möglichkeiten zur Entfernungsmessung sticht er vor allem durch die Optionen zur Steuerung der Informationsdichte einer Karte heraus, lassen sich doch einzelne Informationsebenen zu- oder abwählen, was der Übersichtlichkeit häufig sehr zugute kommt und didaktische Reduktionen vereinfacht. Ergänzt werden kann er duch GoogleMaps inkl. Streetview, sie bietet zu jedem Raumbeispiel die Möglichkeit detailliertere Einblicke zu nehmen durch Luftbilder und StreetView bzw. die 3D-Ansicht in AppleKarten. Nicht zu vergessen ist die stetige Verfügbarkeit des Atlanten zu Hause und in der Schule bei gleichzeitiger deutlicher Gewichtsreduktion!

2. Der Einsatz von Lernvideos ermöglicht nach dem Prinzip des Flipped Classroom eine erhöhte Übungszeit im Unterricht, denkbar z.B. bei Themen wie Arbeiten mit dem Gradnetz, …

3. Nutzung weiterer Arbeitsmaterialien durch Erstellung schulinterner Materialien wie bspw. einem Reader in digitaler Form (.pdf oder Ebook), Online-Kursen bei iTunesU mit Aufgaben für bestimmte Themen, Semester, digitalen Arbeitsblättern. Ebooks und iTunesU-Kurse bieten zudem Möglichkeiten zu stärkerer Binnendifferenzierung und individuellem Lernen.

4. Kollaboratives Arbeiten, etwa beim gemeinsamen Erstellen von Präsentationen (z.B. Explain Everything, PowerPoint), Bsp. Erklärvideo o. StopMotion Video zu Wagners Kontinentalplatten, Modell des demographischen Übergangs etc., beim gemeinschaftlichen Verfassen von Texten (Word, IServ)

5. Individuelle Recherchen im Unterricht, jederzeit auf aktuelle Daten beispielsweise von Census.gov, etc. zugreifen

6. Erhöhung der Produktorientierung (Handlungsorientierung) durch Erstellen von Mind-Maps, Strukturdiagrammen, Ebooks, (Erklär-)Videos, Standbildern, Podcasts, multimedialen Landkarten (s.u.) etc.

Apps: Dierke digital, Thinglink, Office-Paket, Kamera, IMovie, BookCreator, Digitale Schulbücher, iTunesU, GoodNotes, Popplet, Explain Everything, Documents …)

Interaktiver Stadtplan Meppens als Ergebnis einer Suche nach “Spuren der Stadtentwicklung”